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20 Jahre GTA III

Irgendwann in den 90ern fielen mir auf dem PC auch mal die ersten beiden GTA Spiele in die Finger. Was ich so hörte war man allgemein schon ganz angetan von dem Anarcho-Charme. Man läuft in einer Stadt herum, klaut Autos, erschießt Leute und richtet generell Chaos an. So weit so bekannt aus der Reihe aus heutiger Sicht. Mein Problem war nur die damalige Optik in Top-down-Ansicht. Man kann natürlich nicht sehr weit sehen in der Ansicht weshalb ich mit den Autos orientierungslos durch die Straßen gekachelt bin und ständig Unfälle baute. Hab die Spiele nach ziemlich kurzem anspielen als nette Idee aber schlecht umgesetzt zu den Akten gelegt. Am Ende war es nur ein sehr kurzes Intermezzo das keine großen Emotionen in mir ausgelöst hat.

Dann erschien GTA III und mit der neuen Perspektive änderte sich alles. Plötzlich schaute man nicht mehr auf eine Stadt sondern war in 3D mitten drin. Die Immersion war plötzlich derart groß dass ich völlig geflasht war. Ich konnte in einer belebten Stadt voller Menschen und Autos umherlaufen und tun und lassen was ich wollte so wie man es sich in echt vorstellt. Die Steuerung war durch die 3-D Ansicht ebenfalls so viel besser. Man fuhr mit dem Auto nicht mehr ständig überall dagegen, es war der Wahnsinn! Und die unglaubliche Liebe zum Detail die Rockstar in der Simulation ihrer Welten an den Tag legt ist der Hammer. In einem späteren Teil (GTA IV?) wurden z.B. Hosenbeine auch nur bis zu der Stelle nass wie man im Wasser stand, ich liebe solche kleinen liebevollen unnützen Details! Ok man ersoff im ersten 3D GTA quasi noch in jeder größeren Pfütze weil man noch nicht schwimmen kann und fliegen war auch nicht drin, außer mit diesem Behelfsteil Namens Dodo das aber wohl eher als Testballon für spätere GTA Teile zu verstehen ist und kaum zu beherrschen war. Aber bezogen auf das was man bisher kannte war das schon der Hammer an Freiheit und Immersion.

Ich habe GTA III nur einmal gespielt, ich bin generell einer der so Storyspiele niemals mehrfach spielt, ich kann das einfach nicht. Deshalb habe ich keine Erinnerung mehr an irgendwelche Missionen und soweit ich mich erinnere war der Protagonist selbst völlig blass und unwichtig. Für mich war es diese ganze Welt die mich in den Bann zog. Und so nervte es mich natürlich kolossal dass man offenbar beschloss die Spieler nicht zu überfordern und das Startgebiet mit gesperrten Brücken zu begrenzen. Und was war ich froh als ich die komplette Stadt endlich freigeschaltet hatte.

Ich liebe es heute immer noch einfach nur als Tourist in solchen Welten herumzulaufen ohne überhaupt einer Story zu folgen oder Missionen zu machen. Und Rockstar sind die Könige dieser Welten (Red Dead Redemption 2 ist da ein Traum, hach!). Und das alles nahm mit GTA III seinen Anfang. Deshalb hat der Teil trotz seiner Mängel aus heutiger Sicht einen ewigen Ehrenplatz in meinem Herzen. Höchstens The Elder Scrolls IV: Oblivion kommt dem Erlebnis noch gleich (habe Morrowind leider verpasst) aber das ist eine Geschichte für einen anderen Beitrag.

Inspiriert vom Jubiläumsspecial von Spielkritik.com https://spielkritik.com/category/features/20-jahre-gta-iii/