Wer ist der Hexer?

Viele Computerspieler kennen die Witcher-Reihe: The Witcher,  The Witcher 2: Assassins of Kings oder das gigantische The Witcher 3: Wild Hunt. Ich habe mal ein paar Infos zusammengetragen aus diversen Webseiten über die Buch- und Spielereihe „The Witcher“ bzw „Der Hexer“ (Alle Texte mit Quellenangabe).  Mir geht es hier hauptsächlich darum mal auf die hervorragende Buchreihe vom polnischen Autor Andrzej Sapkowski aufmerksam zu machen die auch für die Spieler der Spielereihe interessant sein dürften da hier eine Menge Hintergrundwissen zur Vorgeschichte vermittelt wird. Die Handlung Witcher-Spiele spielt übrigens nach der offiziellen Buchreihe.

Wer mal reinschnuppern möchte, auf Amazon gibt es ja praktischerweise großzügige Leseproben.  Eine Empfehlung zur Lesereihenfolge gibt es hier. Und die Hörbücher sind hervorragend für Menschen die (wie ich) mehr Zeit zum hören statt zum lesen haben (Pendler per Auto etc.).

„Was soll man von dir halten – ein Hexer, der jeden zweiten Tag ein einträgliches Angebot ausschlägt? Die Hirikka tötest du nicht, weil die am Aussterben sind, den Streitling nicht, weil er unschädlich ist, die Nächtin nicht, weil sie nett ist, den Drachen nicht, weil’s der Kodex verbietet …“

Übersicht

„Womit verdient sich ein Hexer das Brot in der Suppe? Wie heilt man eine menschenfressende Prinzessin von ihrer unappetitlichen Angewohnheit? Und warum ist es anzuraten, das eigene Heim auch gegen magische und übernatürliche Ereignisse versichern zu lassen?

Der Hexer Geralt ist Fachmann, wenn es um die Beseitigung von Monstern, Vampiren und anderen lästigen Ungeheuern geht. Seine besten Freunde sind das Hexerschwert und der Barde Rittersporn, mit dem er auf der Suche nach Aufträgen das Land durchstreift. Doch es wird immer schwieriger Arbeit zu finden, da die Ausbreitung der menschlichen Städte kaum noch Platz lässt für mythische Fabelwesen. Und trotz seines blutigen Berufs ist Hexer Geralt keineswegs der gefühlskalte und gleichgültige Schlächter, für den ihn seine Auftraggeber oft halten. Seine offenbar unerwiderte Liebe zu der Zauberin Yennefer verleiht ihm eine Menschlichkeit, die er sich selbst nicht eingestehen will. Zudem wird ihm immer klarer, dass auch er zu jenem schwindenden Bereich der Fabelwesen gehört.

Mit unwiderstehlichem Humor lässt der polnische Autor Andrzej Sapkowski in seinem episodischen Roman eine Fantasy-Welt der Drachen und Zauberer auferstehen, die scheinbar allen Genre-Klischees entspricht, und er schreckt auch vor Anleihen an bekannte Grimmsche Märchen nicht zurück. Wer hier jedoch Altbewährtes erwartet, wird überrascht sein. Schonungslos schreibt Sapkowski Märchen um und räumt mit einigen Fantasy-Idyllen auf. Seine Romanfiguren sind Charaktere mit Leidenschaften, Marotten und seelischen Tiefen, die den Leser wie durch Magie in ihren Bann ziehen. Die Übersetzung von Erik Simon sorgt dafür, dass Sapkowskis derber Wortwitz auch im Deutschen den richtigen Schliff erhält.

Der Geralt-Zyklus überzeugt durch seine gelungene Mischung aus humorvollen wie spannenden Abenteuern, plastischen Figuren und Szenerien, einem Hauch Erotik und Nachdenklichkeit, wobei es Sapkowski immer wieder gelingt, mit ungewöhnlichen Lösungen zu überraschen. Seine Vielschichtigkeit macht den Roman zu einem wahren Leseabenteuer nicht nur für eingefleischte Fantasyfans.“ (Amazon Produktbeschreibung)

 

„Zentrale Figur der Erzählung ist der von Narben gezeichnete Hexer Geralt von Riva, der gegen Bezahlung als professioneller Monsterjäger durch das Land zieht. Seine Markenzeichen sind sein langes weißes Haar und zwei Schwerter auf dem Rücken, eines aus Silber und eines aus Stahl. Das Silberschwert dient dabei als Waffe gegen allerlei Arten von Monstern, da die meisten der vorkommenden Ungeheuer gegenüber Silber sehr empfindlich sind, das Stahlschwert dient dem Kampf gegen menschliche Gegner.

Geralt von Riva wurde seit früher Kindheit auf der Burg Kaer Morhen zum Hexer ausgebildet. In der Bevölkerung wird erzählt, dass die Bruderschaft der Hexer nachts Kinder rauben und sie einer harten und grausamen Ausbildung unterziehen würden. Durch die Einnahme von Tränken mutieren während der Ausbildung unter anderem die Knochen- und Muskelstrukturen, ebenso der Stoffwechselhaushalt. Viele überstehen diese Prozedur nicht. Nur wenige, wie Geralt von Riva, überleben und sind danach immun gegen Krankheiten und unempfindlich für die meisten Gifte, ebenso verfügen sie über die Fähigkeit der Nachtsicht und haben übermenschlich schnelle Reflexe. Besondere Erkennungszeichen bei Hexern sind die reptilienhaften vertikalen Pupillen. Da Geralts Haar während der Mutation die Pigmente verlor, brachte ihm dies den Beinamen „Weißer Wolf“ ein. Wie alle Hexer wurde Geralt in Alchemie, Magie und im Kampf mit dem Schwert unterrichtet. Er ist ein meisterhafter und verschlagener Schwertkämpfer, der seinesgleichen sucht.

Die Spielwelt ist gekennzeichnet von Spannungen zwischen den Menschen und den Anderlingen, d. h. allen nichtmenschlichen Völkern, die bereits zuvor zum Krieg geführt hatten. Trotz des inzwischen vereinbarten Friedens sind es unruhige Zeiten, eine Seuche grassiert und der Konflikt zwischen Menschen und Anderlingen spitzt sich zu, da letztere von den Menschen unterdrückt werden. Beim einfachen Volk sind die wenigen noch lebenden Hexer nicht gerne gesehen. Sie werden als Relikte der Vergangenheit entweder gefürchtet oder verachtet, trotzdem werden sie auch weiterhin gern zur Bekämpfung von Ungeheuern angeheuert.“ (aus Wikipedia)

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Die Welt

„Der gesellschaftliche und technische Stand der Welt der Geralt-Saga entspricht ungefähr unserem Mittelalter vor Erfindung des Schießpulvers. Einige Zweige der modernen Technik, etwa die drahtlose Telegrafie, sind in Geralts Welt durch Zauberei verwirklicht. Überhaupt haben die Zauberer manches von modernen Wissenschaftlern an sich, beispielsweise kennen sie sich sehr gut in Medizin, Biologie und Genetik aus.
Ein einschneidendes Ereignis in der Vergangenheit war die über ein Jahrtausend zurückliegende Sphärenkonjunktion bzw. Sphärendurchdringung. Dabei kam Geralts Welt vorübergehend in Kontakt mit anderen Welten oder Daseinsebenen, und von dort drangen die meisten Ungeheuer ein, mit deren Vernichtung die Hexer befasst sind. Die Sphärenkonjunktion hat aber auch das Verhältnis zwischen Wirklichkeit und Chaos auf komplizierte Weise verändert, und seither können einige wenige, erblich dafür veranlagte und entsprechend ausgebildete Menschen Magie betreiben. Die einzigen anderen magisch begabten Wesen von Bedeutung sind die Elfen (einige weitere zauberkundige Arten werden nur am Rande erwähnt oder sind ein Sonderfall wie Einhörner und manche Drachen).
Die Handlung der Geralt-Saga spielt auf einem namenlosen Kontinent auf der Nordhalbkugel jener Welt, und zwar an seiner Westküste, zwischen dem Meer und einer Kette von östlich gelegenen Gebirgen.“ (Quelle)

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Die Bewohner

„In dem Teil der Welt, in dem die Geralt-Saga spielt, sind die Menschen erst vor fünfhundert Jahren angekommen – als Flüchtlinge in vier Schiffen aus einer ganz anderen Weltgegend. Seither haben sie sich stark vermehrt und alle anderen Bewohner, die vor ihnen da waren, ins Gebirge oder in andere Rückzugsgebiete abgedrängt oder zur Assimilation als Bürger zweiter Klasse gezwungen, insbesondere die Elfen, deren Städte sie übernommen haben, und die Zwerge. Weitere Arten, die mit den Menschen zusammenleben, sind die Gnomen und die Halblinge. Hingegen haben die Dryaden ihren Wald Brokilon, den sie praktisch nie verlassen, erfolgreich verteidigt. Sylphiden und Nymphen sind Verwandte der Dryaden, kommen in der Geralt-Saga aber nur ganz am Rande vor, ebenso wie Sirenen, Nereiden, Nixen, Tritonen, Fischmenschen und andere Wasserwesen. Außerordentlich selten sind auch die Sylvane, die einem Satyr ähneln und wegen der Hörner und Hufe mitunter auch Teufel genannt werden, sowie die Doppler (alias Täuschlinge, Wandler, Doppelgänger, Vexlinge, Bedaks), die die Gestalt anderer Wesen annehmen können.
Zu den seltenen vernunftbegabten Arten zählen auch die Echten Drachen. Sie kommen vor allem in der Gegend der nördlichen Gebirge vor; allerdings werden sie im weit im Süden liegenden Serrikanien religiös verehrt. Im Gegensatz zu drachenähnlichen Tieren wie Gabelschwänzen, Flatterern oder Flugschlangen werden Echte Drachen von Hexern nicht gejagt. Diese Schonung von Vernunftbegabten gilt allerdings nicht für Vampire (von denen es mehrere Arten gibt) und Werwölfe; sie zählen zu den Ungeheuern. Tiermenschen in der Art von Werwölfen sind auch die in Gebirgen, vor allem in Mahakam, vorkommenden Murmelmenschen.
Wesen ganz besonderer Art sind die Einhörner. Sie kommen nur am Rande der bewohnten Gebiete vor und sind auch dort derart selten, dass sie allgemein für legendäre, nicht wirklich existierende Wesen gehalten werden. Sie sind fremdartige, zauberkräftige Geschöpfe, bestehen geradezu aus fleischgewordener Magie und sind für andere Wesen kaum zu begreifen.
Hexer sind keine besondere Rasse, sondern Menschen, die als Kinder durch künstlich verursachte körperliche Mutationen und eine lange, harte Ausbildung zu berufsmäßigen Ungeheuervernichtern herangezogen wurden. Von diesen Ungeheuern nun gibt es eine Unmenge verschiedener Arten, der Hexer begegnet immer wieder anderen. Ziemlich viele davon erinnern an riesige Insekten oder ähnliche Gliederfüßer, andere sind reptilhaft. Manche Arten haben durch die vordringende Zivilisation ihren Lebensraum verloren und sind selten geworden, andere wieder profitieren von der Umweltverschmutzung oder – wie Graveire, Ghule und andere Leichenfresser – von großen Kriegen. Wer es genauer wissen will, sollte in der verfallenden Festung Kaer Morhen nachfragen, der Heimstatt der Hexer – dort gibt es alte Bücher mit gründlichen Beschreibungen aller möglichen Monster und Ungeheuer.“ (Quelle)

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Geralt & Yennefer von Vengerberg

Hintergründe:

„Anfang der 90er Jahre entwickelte der polnische Autor Sapkowski seinen Helden – so man die düstere Gestalt denn als solches bezeichnen mag. Eher in der Tradition eines Elric von Melniboné als eines strahlenden Recken ging dieser in zwei so genannten „;Episodenromanen“ auch in Deutschland auf Leserfang (Heyne Verlag), doch blieb dem Werk der Erfolg versagt. Die lose miteinander verbundenen Novellen in den Bänden „;Der letzte Wunsch“ und „;Schwert der Vorsehung“ entsprachen so gar nicht der Erwartungshaltung der Fans von Tarl Cabot, Conan und Co. Das war kein muskelbepackter Recke, der einen munteren Spruch auf den Lippen seine Gegner reihenweise niedermetzelte, der scheinbar problemlos Schätze und Frauen gleichermaßen eroberte. Das las sich schwieriger, weil niveauvoller. Ein dialoglastiger Stil, die Anspielungen auf Märchen insbesondere von Hans Christian Andersen und ein hintergründiger Humor waren damals einfach zu viel für den deutschen Markt. Während die Heyne-Lizenzen liegen blieben, konnte der Hexer in Polen einen Siegeszug ohnegleichen antreten. Neben den beiden einführenden Kurzgeschichten-Romanen verfasste der Autor in der Folgezeit eine fünf-bändige Saga, deren Titel es allesamt auf die polnischen Bestsellerlisten schafften.

Zwischenzeitlich bei dtv mit seiner Trilogie um dem Medicus „;Reinmar von Bielau“ auch bei uns zu Bestsellerehren gelangt und mit dem Rückenwind durch das populäre PC-Rollenspiel „;The Witcher“ begann dtv zunächst damit, die ersten beiden Episoden-Romane um den Hexer nachzudrucken. Und, was kaum einer erwartet hatte, die Bände erwiesen sich als Renner. So ist es nur folgerichtig, dass sein Verlag die neue Saga um den Hexer besonders herausstellt. Im Trade-Paperback, bei dtv unter der Bezeichnung Premium laufend, in einer hochwertigen Geschenkkassette wurde zur Buchmesse 2008 der erste der fünf Bände vorgelegt. Die weiteren Titel sollen im halbjährlichen Rhythmus folgen. Die Übersetzung der Pentalogie liegt, wie bereits die der ersten beiden Bücher, in den bewährten Händen von Erik Simon, dem es sehr gut gelingt, die sprachliche Gewandtheit des Autors zu bewahren.“ (Quelle)

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Geralt & Ciri

Interview mit Andrzej Sapkowski

„Die Abenteuer des Hexers Geralt von Riva dürfen in keiner Fantasy-Bibliothek fehlen, gehören sie doch zu den herausragenden Veröffentlichungen dieses Genres. Die flott erzählten Geschichten lassen den Leser auf der Stelle in die vom polnischen Schriftsteller Andrzej Sapkowski ersonnene Fantasy-Welt eintauchen und begeistern mit einem charismatischen Helden, Humor und geschliffenen Dialogen. Besonders gefällt auch die Art und Weise, wie Sapkowski immer wieder mit altbekannten Märchen und Legenden jongliert und sie in einer frischen, parodistischen und oft auch pervertierten Form in die Handlung einbaut. NAUTILUS-Mitarbeiter Chris Peller konnte dem Schöpfer des Hexers ein paar Fragen stellen:

Können Sie etwas über die Geburtsstunde des Hexers, die Motivation und die Einflüsse erzählen?

Ich konzipierte und schrieb meine erste Geschichte Wiedzmin (»Der Hexer«) im Winter 1985 für einen Literaturwettbewerb von Fantastyka, einem führenden SF-Magazin in Polen. Mir war die wachsende Popularität des Fantasy-Genres aufgefallen, also entschloss ich mich, eine dementsprechende Story zu schreiben. Sie sollte allerdings etwas origineller und weniger dämlich als eine klassische Troll-Metzelei werden, denn mir war die wachsende Zahl dieser dummen und primitiven Geschichten in diesem Bereich ebenso bewusst. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich für die Nacherzählung eines Märchens entschieden – eines ziemlich typischen Märchens: Der Lehrling eines armen Schuhmachers besiegt das unbezwingbare Monster, rettet das Königreich und erhält als Belohnung eine Prinzessin zur Frau. Soweit zu dem Märchen. Im Fantasy-Genre – oder in Fantasy-Welten – machen Schuhmacher jedoch Schuhe, Monster zu besiegen ist eine Aufgabe für Profis. Für ganz besondere Profis. Sie arbeiten für Geld und nicht, um eine Prinzessin zur Frau zu nehmen. Und deshalb führte ich Geralt den Hexer ein, einen professionellen Monsterjäger.

Wie viele Bücher haben Sie bislang über Geralt geschrieben? Ist es richtig, dass es sich bei den ersten beiden Werken eigentlich um Sammlungen von Kurzgeschichten über den Hexer handelt?

Ursprünglich sollte Der Hexer nur eine einzige, eigenständige Geschichte sein. Ich hatte nicht geplant, mehr über die Figur zu schreiben. Nachdem die Story jedoch 1986 veröffentlicht und von den polnischen Fantasy-Fans großartig aufgenommen wurde, habe ich meine Einstellung noch einmal überdacht. Ich schrieb und veröffentlichte weitere Hexer-Geschichten, ein oder zwei pro Jahr, sodass ich nach vier Jahren eine Kollektion herausbringen konnte. Nach zwei weiteren Jahren folgte dann eine zweite. Beide Geschichtensammlungen entsprachen mit ihren Überarbeitungen und Ergänzungen Romanen und wurden auch als solche wahrgenommen. Beide Bände, Der letzte Wunsch und Das Schwert der Vorsehung, sind in Deutschland erschienen. Aufgrund dieser soliden Basis beschloss ich, ein wirklich großes Werk in Angriff zu nehmen, eine fünf Bücher umfassende, klassische Fantasy-Saga im Stil von Die Chroniken von Amber oder der Belgariad-Saga, ein zur damaligen Zeit sehr seltenes Vorhaben in Polen. Es gibt also insgesamt sieben Bücher über den Hexer: zwei Sammlungen und einen fünf Bände umfassenden Zyklus. Zusammen können die Veröffentlichungen als eine kontinuierliche Geschichte angesehen werden.

In den Geschichten vom Hexer finden sich viele Anspielungen auf Märchen.

Wie ich bereits erwähnte, sollten meine Geschichten originell sein – und zwar nicht nur für Polen, sondern auch im internationalen Vergleich. Nach einiger Überlegung verwendete ich ein Stilmittel namens Euhemerismus. Euhemerismus bedeutet, die Wurzeln und Quellen von Mythen, Legenden und Märchen in tatsächlichen Begebenheiten und realen geschichtlichen Fakten zu suchen. Deshalb sagte ich mir, dass das klassische Märchen, wie wir es kennen – egal ob es sich dabei um Aschenputtel, Dornröschen, Schneewittchen oder Die kleine Meerjungfrau handelt -, ein Schatten, ein Palimpsest, eine überlieferte, immer und immer wieder erzählte und verfälschte Version tatsächlicher Ereignisse ist. Oder sich, wie in meinem Fall, in einer Fantasywelt wirklich zugetragen hat. Aber Fantasy ist kein Märchen, Fantasy ist quasi real. Deshalb wird aus meinem Schneewittchen auch eine Verbrecherin und keine Prinzessin. Und bei vielen meiner sogennanten Märchen gibt es kein Happy-End.

Sex und Frauen scheinen beim Hexer eine große Rolle zu spielen.

Sex und Frauen sind für alle wichtig. Es existiert keine gute Literatur ohne das Leitmotiv »Cherchez la femme«, das ist ein fester Bestandteil des Geschichtenerzählens. Nur in Verbindung mit dem anderen Geschlecht – sei es durch sexuelle Anziehungskraft, Zuneigung, Konfrontation oder den Gegensatz – kann sich ein literarischer Held vollständig entwickeln und wachsen.

Die Geschichten über den Hexer scheinen sich eher an erwachsene Fantasy-Liebhaber zu richten.

Zum einen teile ich meine Leser nicht in Altersgruppen ein, und ich schreibe auch nicht speziell für eine einzige Gruppe. Ich schreibe, was ich als passend erachte, und was mir gefällt. Und zum anderen zog Fantasy-Literatur in Polen seit der Veröffentlichung von Tolkien in den sechziger Jahren eher Erwachsene als Teenager in ihren Bann – zumindest bis Harry Potter aufgetaucht ist.

Waren Sie an der Entstehung des Kinofilms über den Hexer und die kurzlebige Fernsehserie-Serie beteiligt?

Nein, in keiner Form. Ich war mit dem Schreiben zu beschäftigt. Verlangen Sie bitte nicht von mir, dass ich zu diesen Produkten ins Detail gehe. Ich möchte keine Schimpfwörter in den Mund nehmen.

Waren Sie denn an der Entwicklung des PC-Spiels beteiligt?

Ich war involviert, allerdings hielt sich meine Beteiligung in Grenzen. Die Entwickler wollten, dass sich das Spiel so nahe wie möglich an den Büchern und meinen Geschichten orientiert, deshalb haben sie mir oft Fragen gestellt und Ideen mit mir diskutiert. Das war allerdings auch schon alles.

Sind Sie damit zufrieden, wie der Hexer und seine Welt in dem PC-Spiel dargestellt werden?

Ja, das kann ich behaupten, obwohl ich das Spiel nicht gespielt habe. Aber ich habe eine Menge Material gesehen, und es ist für mich wirklich sehr zufriedenstellend geworden – gute Arbeit.

Was können wir vom Hexer in der Zukunft noch erwarten?

Nun, nachdem ich die fünf Bücher des Hexer-Zyklus abgeschlossen hatte, verkündete ich »das Ende des Hexers«. Ich gab bekannt, dass alles erzählt ist und es nichts mehr zu sagen gibt. Die Fans reagierten darauf mit stürmischen Protesten, aber mein Entschluss stand fest. Inzwischen beendete ich die Arbeiten an dem drei Bücher umfassenden Zyklus über die Hussitenkriege, einer historischen Fantasy-Geschichte, bestehend aus Narrenturm, Gottesstreiter und Lux perpetua. Alle drei Werke wurden bereits in Deutschland veröffentlicht. Mittlerweile kam ich auch ins Grübeln: Vielleicht sollte ich ja den Hexer doch zurückholen? Bislang habe ich mich aber noch nicht entschieden.“ (Quelle)

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Um einen Eindruck zu bekommen wie das Ganze in Bewegung aussieht hier ein paar Intros und Trailer der Spiele. Der Inhalt ist übrigens wie die Bücher auch nicht unbedingt für Kinder und Jugendliche geeignet.

Intro von Teil 1 (2007)

CGI-Trailer für Teil 3 (2015)

 

Weitere Links

Auflistung aller Veröffentlichungen

In welcher Reihenfolge sollte man den Witcher lesen?

The Witcher – Vom Buch zum Spiel

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