Metallica und der Loudness War

Das neue Metallica Album „Hardwired…to Self-Destruct“ ist da! Musik ist bekanntlich Geschmackssache. Was die einen super finden, mögen andere noch lange nicht. Der technische Aspekt kommt in der Diskussion aber mal wieder oft zu kurz.

Hier mal exemplarisch zwei sehr verschiedene Reviews aus dem netz von Laut.de: Kutte an, Haargummi raus, Pommesgabel hoch, bangen! (recht positiv)  und auf der anderen Seite etwas anspruchsvoller vom Spiegel: Bierdosenhaftigkeit bis zum Überdruss (Fängt schon gut an: „Wer einen toten Frosch zum Zappeln bringen will, muss ihn nur unter Strom setzen“ lol)

Nebenbei hier mal ein netter Kritikansatz, wie hätte Hardwired früher geklungen.

Neben unzähligen Reviews über persönliche Musikgeschmäcker stolperte ich auf Amazon zur Abwechslung über ein Review das sich ausschließlich mit der Technik befasst die sonst so gut wie gar nicht beachtet wird. Und schon geht wieder die Diskussion um den sogenannten Loudness War los (Death Magnetic ist ja wirklich der Hammer was das betrifft).

Allerdings muss ich sagen dass die neue Metallica-Scheibe „Hardwired…to Self-Destruct“ im Auto schon sehr knackig klingt. Womöglich ist das was zuhause in der Hifi-Anlage scheisse klingt genau das Richtige für laute Umgebungen wie eben das Auto wo leisere Passagen gerne mal im Umgebungsgeräusch untergehen. Da ist die Dynamik-Kompression vermutlich sogar vorteilhaft (Siehe Linksammlung).

Ich zitiere mal den Text der Amazon-Review und hänge im Anschluss noch ein paar passende Links an wo die Thematik besser erklärt wird als ich es als Laie könnte:

„Inhaltlich wurde hier schon viel gesagt, technisch eher wenig.

Wer Death Magnetic kennt, weiß wovon ich spreche. Die Musik kann noch so super sein, aber eine schlechte Master-Mischung kann alles kaputtmachen. Leider ist seit den späten 90ern zu beobachten, wie viele Alben (gerade Pop+Rock) durch übermäßige klangliche Kompression zerstört werden — Zielgruppe MP3-Player-S-Bahn-Hörer? Interessant ist, daß gerade im Bereich des selbstverlegten Deep House/Minimal das krasse Gegenteil zu sehen ist. Wahrscheinlich, weil dort kein Major-Label-Producer im Nacken sitzt, das LOUDER! LOUDER! LOUDER!!! plärrt.

So leider auch hier. Die Drums kommen zwar naturgemäß stark rüber, aber die Gitarren verschmelzen mit den Vocals zu einer dichten, fast undurchdringlichen Nebelwand des akustischen Grauens.

Scannt man einen verlustfreien CD-Rip, landet das Dynamic Range Meter auf 5 bei CD 1 und 6 bei CD 2. Angenehm wäre ein Wert von 10 und mehr.

Zum Vergleich der Alben (CD), mehr hört sich besser an:

Kill ‚Em All (1983): DR 12
Ride The Lightning (1984): DR 12
Master OfPuppets (1986): DR 12
…And Justice For All (1988): DR 12
Metallica (1991): DR 11
Load (1996): DR 8
Reload (1997): DR 6
Garage, Inc. (1998): DR 7
St. Anger (2003): DR 5
Death Magnetic (2008): DR 3 (!!!)
Death Magnetic (Vinyl, 2008): DR 9
Death Magnetic (Rip von Guitar Hero III, 2008): DR 12
Hardwired…To Self-Destruct (2016): DR 5

Wer mehr dazu wissen will, suche nach „Loudness War“ und „Dynamic Range Challenge“.

Also warten audiophile Freunde, bis das Netz in entsprechenden Ecken ordentliche 24/96 Vinyl-Rips bereitstellt — oder welche aus einer hoffentlich zu erwartenden »Guitar Hero«-Veröffentlichung.“

Links zum Thema:

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